Montag, 27. Mai 2013

Direkt und sicher spenden bei dir in der Nähe

Seit ein paar Jahren, gibt es die Möglichkeit seine abgelegten Kleider bei der evangelischen Kirchengemeine Blankenese abzugeben. Diese werden dann von Ehrenamtlichen Helfern sortiert und jeden Donnerstag Vorort an Obdachlose oder Asylanten verteilt. Besonders in Zusammenarbeit steht die Blankeneser Kirche auch mit dem Asylbewerberheim Björnsonweg in der nähe des Marion Dönhoff Gymnasiums. Für die Bedürftigen aus dem Asylbewerberheim ist die Kleidung kostenlos andere müssen einen sehr geringfügigen preis bezahlen. Die übriggebliebene Kleidung geht dann weiter an andere gemeinnützige Organisation, wie zum Beispiel an die Kleiderkammer Wilhelmsburg ,die wiederum überschüssige Kleidung geht weiter an die Johanitahilfe oder an andere Kirchengemeinden wo deine alten Kleider benötigt werden. Die Kirchengemeinden in Hamburg tragen oft einen großen teil dazu bei, das Bedürftige in Hamburg mit wichtigen Dingen versorgt werden. Ein weiteres Beispiel dafür ist auch der „Mitternachtsbus“, ins Leben gerufen von der Diakonie Hamburg, ein Projekt, dass die über 1000 in Hamburg lebenden Obdachlose regelmäßig mit warmen Getränken, Brötchen, Schlafsäcken, Decken und Informationen über Hilfsangebote versorgen.

Nehmt euch Zeit und schaut es euch in Ruhe an!!

Wie kann ich wirklich helfen?

Sehen wir es ein. Unsere Kleiderschränke sind viel zu klein, die Klamottenauswahl viel zu groß. Das gilt nicht nur für unseren privaten Kleiderschrank, sondern auch für die Lageräume der Kleiderkammern. Natürlich ist dies jetzt keine Rechtfertigung dafür, dass der  DRK oder andere gemeinnützige Verbände einen Großteil der ihnen, für einen guten zweck überlassenen Kleidung, an private Unternehmen verschachern- nein es sollte uns zu allererst  aufhorchen lassen. Wir kaufen, kaufen, kaufen, kaufen und viel zu schnell sind wir des neues Kleides überdrüssig und wollen es wieder los werden. Viele der gespendetem Klamotten eignen sich zum Beispiel auch überhaupt gar nicht für die Zwecke eines Obdachlosen oder für Kinder in Afrika. Oder die Sachen sind qualitativ so schlecht das sie sich nur noch zur Wiederverwertung  eigenen. Ein Pluspunkt für die Nachhaltigkeit aber trotzdem, die Lagerräume des DRK oder der Caritas quellen über vor Schund. Überlegen wir vorher erstmal oder überprüfen vorher mal auf den Webseiten der Organisationen was vielleicht generell oder grade gebraucht wird.
Natürlich ist es einfach seinen „Müll“ schnell mal eben in den Containern zu schmeißen und sich zu denken:„Ach Mensch, jetzt habe ich aber mal was gutes getan.“
ACHTUNG! Auch da ist Vorsicht geboten, denn neben den offiziell und nebenbei gesagt LEGALEN Altkleidercontainern kursieren auch eine Menge ILLEGALER Containern überall, hier und da herum. Diese Container sind ebenfalls von Privatunternehmern aufgestellt und dienen einzig allein dem Zweck ohne Umwege schnell an Altkleider zu kommen, um sie dann ebenfalls für einen guten Preis  in andere , ärmere Länder zu verkaufen.

Viele falsche Container lassen sich als solche erkennen, wenn man auf bestimmte Dinge achtet:


Hier ein einfaches Beispiel: Rote Schrift auf weißem Grunde soll bei potentiellen Spendern die Zugehörigkeit des Containers zu Karitativen Organisationen wie dem DRK suggerieren. Häufig sind auch typische Symbole wie das rote Kreuz oder eine Weltkugel die den eigentlich Zweck des Containers verschleiern sollen. Ebenfalls sollte man sich nicht von extrem plakativen Slogans irre führen lassen. Zum Beispiel:

„Kinder in Not. Helfen sie!!“
„Hilfe für Erdbebenopfer.“
„Schuhe für Asien“

Auf der Website des DRK steht selbst, dass es logistisch gar nicht möglich ist, Schuhe die in Deutschland gesammelt werden nach Asien oder Afrika zu transportieren ohne das die Transportkosten ins unermessliche und damit auch den Produktwert der Ware übersteigen würden. Eine Hilfsorganisation die von Spenden lebt, ist finanziell gar nicht in der Lage diese Kosten zu tragen.
Schaut euch die Container genau an, achtet  auf die Aufmachung und Kontaktdaten -wenn es welche gibt. Ist nur eine Handynummer angegeben die auf Abruf gar nicht vergeben ist, sollten die Alarmglocken klingeln.

Hier ein weiteres Beispiel für eine illegale Organisation


Also? Spenden geht auf einmal nicht mehr so leicht und schnell von statten wie anfangs gedacht, oder ? Dennoch, wer wirklich sicher gehen will  das seine Klamotten an Bedürftige gehen, der sollte die Kleidung -nach dem sich vergewissert hat, dass sie auch von nutzen ist und nicht nur zusätzlich Arbeit verursacht weil sie dreckig, kaputt oder für die Umstände ungeeignet sind- direkt bei den registrierten  Kleiderkammern abgeben oder bei Sammelstellen die von Kirchengemeinen betrieben werden, denn dort geht Kleidung die übrig bleibt nicht etwa über einen Ladentisch, sondert wird an weitere Kirchengemeinden und gemeinnützige Organisationen weitergeleitet.







Samstag, 25. Mai 2013

Film: Die Altkleider- Lüge

Zu dem Thema gibt es einen interessanten Dokumentarfilm der ARD, der 2011 veröffentlicht wurde. Der Film erklärt, was mit dem Großteil unserer Spenden passiert und klärt über die Machenschaften der großen Hilfsorganisationen auf. Mit dem Fazit, dass nicht nur die deutschen Organisationen, sondern auch Afrikanische Händler mit den Spenden einen lukrativen Gewinn erzielen und somit die eigene Bevölkerung und das eigene Land noch ärmer machen. Ein sehr sehenswerter Film!


Zerstörung inländischer Märkte



Ein Großteil der gespendeten Kleidung geht nach Afrika. Klingt zunächst sehr gut, nur allzu gegenwärtig sind die Bilder von ausgehungerten Körpern , denn man möchte ja schließlich denjenigen helfen die es am nötigsten haben.
Schauplatz Tansania - Der ostafrikanische Staat ist einer der größten Kleiderspendenabnehmer des Kontinents.  Über 20 000 Tonnen  werden jeden Monat eingeflogen und weitere  50 Schiffscontainer erreichen jährlich ihr Ziel . In Dar es Salaam, mit über  3 Millionen Einwohner dichtbevölkerteste Stadt des Landes, tragen fast alle Einwohner "Mitumba". So nennen sie die Spenden, die vor allem aus den Vereinigten Staaten und Europa kommen. Fast an jeder Ecke,  der Großstadt,  kann man die Ware erwerben , die für den Niedergang der eigenen Textilindustrie gesorgt hat. Gleichwertige einheimische Ware konnte nicht so niedrig abgesetzt werden wie die" Mitumbaware" und so wurde die eigene Produktion immer weiter zurückgedrängt. Ehe die Ware zum Verkauf bereit steht, war sie schon im Besitz mehrerer Zwischenhändler, die die Ware jeweils teurer weiterverkaufen. Das Rote Kreuz bekommt für jedes Kilo 5 Cent weiterverkauft wird es allerdings für 1 Euro.
In einer der letzten Werkhallen in  Dar es Salaam stehen die Maschinen still. Vor 20 Jahren arbeiteten hier noch 6 000 Menschen, übrig geblieben sind davon mickrige 600 Angestellte. Dies ist kein Einzelfall, in der ehemals größten Textilfabrik der Landes, 9 000 Mitarbeiter, ist nichts als Schutt mehr übrig. Die Steine der Mauern sind der einzige Wert der übrig bleibt. Die ehemaligen Mitarbeiter versuchen den Schutt an Staßenbaununternehmen zu verkaufen von denen sie einen Hungerlohn beziehen. Viele dieser Menschen leben in den Slums und versuchen sich von diesem Lohn über Wasser zu halten. Allerdings reicht das Geld oft nicht für Reis und so sind viele Familien gezwungen sich von Tee zu ernähren. Mit dem schrumpfen der Textilindustrie ist es für die jüngeren Generationen noch schwieriger geworden anständige Jobs zu bekommen.
Von den ehemals 800 000 Beschäftigen in der Textilindustrie sind gerade mal noch 5 000 übrig. Dies sorgt für einen enormen Verlust der Wirtschaftskraft. Symptomatisch sind Weberin die nicht mehr eigene Stoffe vernähen, sondern Übergrößen aus der westlichen Welt den afrikanischen Maßen anpassen. Die deutsche Ware trägt dazu besonders bei, denn mit dieser wird bevorzugt gehandelt. Die Spenden stehen für qualitative Hochwertigkeit und können somit hochabgesetzt werden. Die Händler bevorzugen also diese Ware, weil sich aus ihr am meisten Profit schlagen lässt.
 Viele Wohlfahrtsverbände wie das Deutsche Rote Kreuz, Malteser und Diakonie sind an dem Unterfangen beteiligt. Doch keiner der Verbände klärte die Öffentlichkeit darüber auf,  was für Auswirkung die gutgemeinten Spenden tatsächlich haben. Natürlich wäre es zu einfach die ganze Schuld auf die Wohlfahrtsverbände abzuschieben, denn es fängt schon bei jedem einzelnen Konsumenten an. Denn die deutsche Ware ist besonders beliebt, weil sie im Vergleich zu den anderen viel weniger getragen und damit abgenutzt wurde. Von nun an sollten wir uns vielleicht zwei Mal überlegen ob unsere Hose schon in eine Sammelbox gehört oder ob wir sie nicht anderweitig nützlich unterbringen können...

Mittwoch, 22. Mai 2013

Der Anfang

Jeder kennt sie- die Altkleidercontainer. Der perfekte Weg um in kürzester Zeit etwas gutes für die Welt zu tun. Und natürlich auch für sich, schließlich kann man den neu gewonnen Platz im Kleiderschrank gut nutzen. Doch was passiert eigentlich mit unseren Klamotten? Die meisten Menschen glauben, dass die gesammelten Altkleider direkt in Katastrophengebiete und Entwicklungsländer geht. Was sie nicht wissen ist, dass der größte Teil der Spenden für einen Kilo Preis von 1,20 Dollar auf den freien Märkten verkauft wird. Besonders betroffen davon sind Afrika, Asien und Osteuropa. Es handelt sich um globale arbeitende und denkende Branchen, die die Kleidung in einem knallharten und korrupten Geschäft verkaufen. Rund 700.000 Tonnen Altkleider werden in Deutschland, 2010 laut Soex, gesammelt. Von diesen 700.000 Tonnen verarbeitet eine Firma 85.000 Tonnen und erziehlt damit einen Gesamtumsatz um 58 Millionen Tonnen! Diese werden dann in den entsprechenden Ländern verkauft und fügen deren Textilindustrie erhebliche Schäden zu. In unserem Blog werden wir regelmäßig über dieses Trauerspiel aufmerksam machen und vorallem aufklären. Wir versuchen Alternativen zu finden und freuen uns auf Diskussionen und weitere Anregungen zum Thema. Es ist wichtig, dass die Menschen wissen was mit ihren Spenden passiert und wie es richtig geht; denn der Wille ist da.